Corona-Denkmal – Der Zeit eine Gestalt geben

Was ist eine Challenge? Bei einer Challenge wird über eine Kontaktmöglichkeit die Gruppe aktiviert (auf Distanz: digital per Chat, analog per Postkarte; bei Nähe: z.B. in der Konfi-Stunde). Sie erhält eine Aufgabenstellung. Die Bearbeitungsphase findet meist zu Hause statt oder auch an einem gemeinsamen öffentlichen Ort, z.B. der geöffneten Kirche. Der Zeitraum beträgt meist eine Woche. In dieser können die Teilnehmenden der Gruppe an der Aufgabenstellung ungleichzeitig – also asynchron – arbeiten. Es ist auch von ihnen abhängig, wie lange sie an der Aufgabe arbeiten. Das Erarbeitete wird präsentiert, indem es meist fotografiert und mit einem Text versehen und anschließend in einen geteilten digitalen Raum eingestellt wird (in die Chatgruppe oder in eine Cloud). Wenn Nähe möglich ist, kann die Präsentationsphase auch gemeinsam, z.B. in der Kirche, stattfinden, bei der die Konfis auch zu Wort kommen können.

Hier hat diese Challange-Idee als “Corona-Denkmal-Challenge” im Evangelischen Seminar Maulbronn Gestalt gewonnen.

Aufgabenstellung:

Macht einmal einen Zeitsprung: Corona ist besiegt. Die Gefahr der Pandemie ist verschwunden. Alles ist wieder gut. Nun ist es wichtig, sich an die vergangenen Wochen zu erinnern und dieser verrückten Zeit in unserem Leben ein Denkmal zu setzen.

Gestaltet euer persönliches Corona-Zeit-Denkmal. Macht ein Bild Eures Denkmals und fügt eine kurze Beschreibung hinzu und postet es in unseren gemeinsamen Chat.


Glaube an das, was noch nicht ist, damit es werden kann. Ich möchte meine Mitmenschen wieder umarmen und ihr lächelndes Gesicht sehen können. Außerdem wünsche ich mir, wieder ins Semi zurückzukehren und mein Leben freier zu gestalten. Deshalb: Corona hinter Gitter, da es schon viele Milliarden verschluckt hat. Den Schutzengel wünsche ich allen meinen Mitmenschen, denn er soll ihnen die Chance geben, dass jeder Tag der schönste in ihrem Leben ist. (Finja, Promo 19/23)
Hier mein Beitrag zur Denkmal-Challenge: Da in der Quarantäne so viel Zeit war, wurden 14 Bücher gelesen, etliche Filme geschaut, wurde mit Bibel Art Journaling angefangen, es wurde auch fotografiert, Musik gehört, gejoggt und zu verschiedener Filmmusik von “die Schöne und das Biest” bis über “Don’t you forget about me” vom Breakfast Club Cello gespielt. Natürlich kam die Schule auch nicht zu kurz, exemplarisch dargestellt mit den Büchern von Physik, Geschichte und Griechisch. Ebenfalls wurde ein Referat zum Thema “Jugendkultur in der DDR” vorbereitet. Auf Wunsch meines Papas, kam noch Alf in VfB Stuttgart Montur und passender Mundschutzmaske aufs Bild, da das Spiel morgen gegen Hamburg leider ohne Zuschauer stattfinden muss. Trotz der Abwechselung, freue ich mich wieder ins Semi zurück zu kommen! (Jona, Promo 19/23)
Dies ist zwar kein Denkmal, aber mir kam die Idee und ich wollte sie umsetzen. Man sieht ein Kind, wahrscheinlich ein Kindergartenkind. Es steht exemplarisch für alle von der Pandemie und den Maßnahmen zu ihrer Eindämmung betroffenen Kinder und aber auch Erwachsene und Jugendliche. Das Kind schreit und hält sich gleichzeitig die Ohren zu. Es hat also anscheinend das Bedürfnis sich mitzuteilen, der Schrei, aber auch eine starke Sehnsucht nach Ruhe, nach Normalität, das Zuhalten der Ohren, die versuchte Flucht aus der Realität. Es sehnt sich nach Normalität. Die Kleidung, die das Kind trägt, symbolisiert zwei Dinge: Zum einen Verletzlichkeit, durch den Frottee-Stoff, den man vor allem bei Schlafanzügen findet, zum anderen aber auch eine Form der Haft, da das Muster des Kleidungsstückes stark an die Overalls von Häftlingen erinnert. Es ist also verletzlich und auf eine bestimmte Weise eingesperrt. Dazu kommt die Maske, dieses Utensil, das uns alle vor uns allen schützen soll, das das Kind aber nicht wie gewohnt zur Bedeckung von Mund und Nase trägt, sondern das bei ihm die Augen verdeckt, das es erblinden lässt. Das Kind befindet sich in Dunkelheit, das macht zwar für das Kind keinen Unterschied, da es wegen des Mund-Nasen-Schutzes sowieso nichts sehen kann, aber sie verdeutlicht die Situation, in der sich das Kind befindet. Es ist nichts erhellt, alles liegt im Dunklen. Das Kind befindet sich also in einem Gefängnis und es wurde durch die notwendigen und gegebenen Maßnahmen aller seiner Sinne beraubt. Es musste für das Wohl der Allgemeinheit, für den Schutz derer, die sich in dieser Situation nicht selbst schützen können, sich in eine Haft, in eine Isolierung begeben und schwere Opfer bringen. Es ist höchst wahrscheinlich verstört und dass es einfach zum Zustand vor seiner Haft zurückkehren kann, ist nicht sehr wahrscheinlich. Es wird sich etwas geändert haben. Trotz alledem wird das Kind beleuchtet, vielleicht ist dieser Schrei, der ein Schrei der Verzweiflung und der Wut sein könnte, vielleicht nur eine Reaktion auf die ungewohnte Reizung der Sinne, der Augen. Es muss sich vielleicht einfach nur wieder an die neue, alte Situation gewöhnen. Wenn es sich daran gewöhnt hat, wird es und damit wir alle vielleicht wieder ein normales Leben führen können. Es gibt Hoffnung! (Anton, Promo 19/23)

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